Clubgeschichte

Jenö Konrad-Cup

„Die Vielfalt, Kreativität und hohe Qualität der eingereichten Projekte haben uns erneut beeindruckt. Sie zeigen, wie engagiert sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften mit Jenö Konrad und dem Thema Antisemitismus auseinandergesetzt und Verantwortung für ein respektvolles Miteinander übernommen haben. Wir freuen uns sehr, damit erneut ein starkes und sichtbares Zeichen gegen Antisemitismus und für eine offene, solidarische Gesellschaft setzen zu können“, sagt Katharina Fritsch, Leiterin Community & Membership beim 1. FC Nürnberg und Mit-Initiatorin des Jenö Konrad-Cup.

 

 

– Katharina Fritsch Leitung Community & Membership

Leonart-Fuchs Mittelschule gewinnt den "Jenö Konrad-Cup" 2026

Mit einem Fußballturnier und der anschließenden Siegerehrung endete die achte Auflage des „Jenö Konrad-Cup – Fußball trifft auf Geschichte“ am Sportpark Valznerweiher. Gewinner ist nach 2022 erneut die Leonhart-Fuchs-Mittelschule aus Wemding im Donau-Ries. Der „Jenö Konrad-Cup“ in Gedenken an den ehemaligen jüdischen Club-Trainer Jenö Konrad wird seit 2018 ausgetragen. Veranstalter sind der 1. FC Nürnberg und der TSV Maccabi Nürnberg.

Am Dienstag, 21.07.26, setzten 500 Schülerinnen und Schüler beim Abschluss des „Jenö Konrad-Cup“ am Club-Gelände wieder ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus. Projekt- und Gesamtsieger ist die Leonhart-Fuchs-Mittelschule aus Wemding im Donau-Ries.

Comic setzt Maßstäbe

„Die Geschichte von Jenö Konrad – vom Talent zur Legende“ heißt der 20-seitige im Graphic Novel-Stil produzierte Comic, der das Leben des früheren Club-Trainers als eine Reise voller Träume, Erfolge und Herausforderungen nachzeichnet und zugleich Bezug zu Jugendlichen von heute herstellt. Dahinter steckt viel Arbeit: Die Schülerinnen und Schüler recherchierten akribisch Daten und Lebensstationen, entwickelten Geschichten und Charaktere und erstellten daraus ein aufwändiges Storyboard, das am Ende mit Hilfe von KI in einen Comic übersetzt wurde. Dieses Format gab es bei den eingereichten Projektenarbeiten bisher noch nie, weshalb der Club die Produktion in geringer Auflage prüfen lässt.

Auf Platz zwei im Projekt-Wettbewerb wählte die Jury das Gymnasium aus Eschenbach mit einem vierteiligen Projekt (Trikot für die Schulmannschaft, Memory-Spiel, Sticker für die Alltagskommunikation, Wandgestaltung im Schulgebäude). Platz drei belegte die Sabel-Realschule aus Nürnberg mit einem Folgeprojekt zum letztjährigen Siegervideo „Eva“. Interaktiv und erneut hochwertig produziert setzt sich der Clip mit Rassismus auseinander, der mit Sprache beginnt.

Kreative Projekte der Schüler*innen, großes Engagement der Lehrkräfte

„Die Kreativität der Projekte, Interaktivität der Schulen untereinander und das große Engagement der betreuenden Lehrerinnen und Lehrer haben mich in diesem Jahr sehr beeindruckt. Der Jenö Konrad-Cup ist unser Leuchtturmprojekt in der politischen Bildungsarbeit. Es ist eine große Freude zu sehen, wie es sich in den letzten Jahren entwickelt hat“, sagt Niels Rossow, Vorstand Strategie & Marketing beim 1. FC Nürnberg.
 

„Jenö Konrad-Cup aktuell wichtiger denn je“
 

Anatoli Djanatliev, Vorstandsvorsitzender von Maccabi Nürnberg und Vizepräsident von Makkabi Deutschland, sagt: „Wir sind an der höchsten Stelle seit Beginn des Projekts. Es ist erfreulich zu sehen, wie sich die Qualität der Arbeiten und die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler von Jahr zu Jahr weiterentwickeln. Aktuell ist der Jenö Konrad-Cup wichtiger denn je.“
Zum sportlichen Abschluss des „Jenö Konrad-Cup“ am Sportpark Valznerweiher spielten Teams aus Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Schulen gemeinsam Fußball. Die Teamnamen orientierten sich an den sportlichen Stationen Jenö Konrads. Am erfolgsreichsten war dabei das Team „FC Brünn“ mit Schüler*innen aus acht teilnehmenden Schulen. Alle, die nicht mitkicken wollten, konnten mit den Jungs von „Farbquartier" Graffitis gestalten.
 

Zum sportlichen Abschluss des „Jenö Konrad-Cup“ am Sportpark Valznerweiher spielten Teams aus Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Schulen gemeinsam Fußball. Die Teamnamen orientierten sich an den sportlichen Stationen Jenö Konrads. Alle, die nicht mitkicken wollten, konnten mit dem Künstler Tom Penkwitz von „Farbquartier" ein Graffiti mit dem Schlagwort „Zusammenhalt“ gestalten.
 
Wie in den vorangegangenen Jahren war die Biografie des ehemaligen jüdischen FCN-Trainers Jenö Konrad (1930 bis 1932) Ausgangspunkt beim Jenö Konrad-Cup für die Einarbeitung in das Thema Antisemitismus. Gleichzeitig widmeten sich die Schülerinnen und Schüler dem jüdischen Leben im Hier und Jetzt. Sie besuchten die Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg und trafen jüdische Jugendliche und nahmen an Führungen über das NS-Reichsparteitagsgelände teil. Dadurch blieb das Thema nicht nur auf die geschichtliche Betrachtung und Wissensvermittlung beschränkt.

Die Gesamtsieger (Projekt + Turnier) 2026:

1. Platz: Leonhart-Fuchs-Mittelschule aus Wemding
2. Platz: Platen Gymnasium aus Ansbach
3. Platz: Sabel Realschule aus Nürnberg

Der Club und Maccabi Nürnberg danken diesen Schulen für ihre Teilnahme: Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium (Schwabach), Sonderpädagogisches Förderzentrum (Nürnberg-Langwasser), Sonderpädagogisches Förderzentrum Jean-Paul-Platz (Nürnberg), Sabel Wirtschaftsschule (Nürnberg), Sabel Realschule (Nürnberg), Adalbert-Stifter-Mittelschule (Nürnberg), Georg-Ledebour-Mittelschule (Nürnberg), Mittelschule St. Leonhard (Nürnberg), Leonhart-Fuchs-Mittelschule (Wemding), Platen-Gymnasium (Ansbach), Johann-Steingruber-Realschule (Ansbach) und das Gymnasium Eschenbach (Eschenbach, Oberpfalz). Alle Schülerinnen und Schüler sowie betreuenden Lehrkräfte werden im Herbst zu einem Club-Heimspiel ins Max-Morlock-Stadion eingeladen.

Sabel Wirtschaftsschule

Die Schüler und Schülerinnen setzten sich im Rahmen des Jenö Konrad-Cups 2026 intensiv mit der Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus auseinander. Entstanden sind drei großformatige Graffiti-Holzplatten, die den Zeitraum von 1932 bis heute thematisieren.

Die Werke behandeln die Verfolgung Jenö Konrads und den Holocaust, die gesellschaftliche und juristische Aufarbeitung nach 1945 sowie den bis heute bestehenden Antisemitismus. Prägnante Leitsätze und kurze Begleitvideos ergänzen die einzelnen Arbeiten.

Umgesetzt wurde das Projekt von Schülern, die von der Recherche über die Konzeption bis zur Gestaltung der Platten eigenständig arbeiteten. Die fertigen Werke werden künftig dauerhaft im Schulhaus ausgestellt und sollen zum Erinnern, Nachdenken und Hinschauen anregen.

Sonderpädagogisches Förderzentrum Langwasser

Die Schüler und Schülerinnen entwickelten die Idee, einen eigenen Podcast gegen das Vergessen zu gestalten. Dafür recherchierten sie zu jüdischen Mitgliedern des 1. FC Nürnberg und ihren Lebensgeschichten. Dabei beschäftigten sie sich auch mit dem ehemaligen Bahnhof Märzfeld, der sich in unmittelbarer Nähe ihrer Schule befindet.

Ihre Recherche und Erkenntnisse verarbeiteten die Jugendlichen anschließend in einem Podcast. Auch das Cover sowie Karten mit einem QR-Code zum Podcast gestalteten sie selbst. Die Karten werden in der Schule und beim Jenö Konrad-Cup verteilt.

Mit ihrem Projekt möchten die Schüler und Schülerinnen Geschichte hörbar machen, Erinnerung lebendig halten und ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen.

Georg-Ledebour Schule

Unter dem Motto „Vielfalt schmeckt“ entstand ein besonderer Geburtstagskalender, der jüdische Rezepte mit Gerichten aus den verschiedenen Herkunftsländern der Klasse verbindet.

Die Schüler und Schülerinnen beschäftigten sich dabei mit unterschiedlichen Esskulturen und jüdischen Traditionen. Denn gemeinsames Kochen und Essen kann Menschen zusammenbringen, Begegnungen schaffen und dazu beitragen, andere Kulturen kennenzulernen.

Mit ihrem Kalender möchte die Klasse zeigen, dass Vielfalt unsere Gemeinschaft bereichert. Gleichzeitig setzt das Projekt ein Zeichen gegen Vorurteile und Ausgrenzung und für Respekt, Offenheit und ein friedliches Miteinander

Sabel Realschule

Das Schulradio Sabelino der Sabel Realschule Nürnberg hat gemeinsam mit Schülern und Schülerinnen der 7. Klassen einen interaktiven Film gegen Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit entwickelt.

Im Mittelpunkt stehen Situationen, in denen Menschen mit Ausgrenzung und Diskriminierung konfrontiert werden. Dabei sind die Zuschauer selbst gefragt: Wie würdest du reagieren? An verschiedenen Stellen können sie Entscheidungen treffen und damit beeinflussen, wie die Geschichte weitergeht. Unterschiedliche Handlungswege und alternative Enden zeigen, welche Auswirkungen das eigene Verhalten haben kann.

Mit ihrem Film möchten die Schülerinnen für Zivilcourage, respektvolles Miteinander und entschlossenes Handeln gegen Diskriminierung sensibilisieren und deutlich machen: Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit haben keinen Platz in unserer Gesellschaft.

Leonard-Fuchs Mittelschule

Mit ihrem Projekt „Die Geschichte von Jenö Konrad – vom Talent zur Legende“ gewann die Leonhard-Fuchs-Mittelschule den Jenö Konrad-Cup 2026. Entstanden ist ein 20-seitiger Comic im Graphic-Novel-Stil, der das Leben des ehemaligen Club-Trainers Jenö Konrad von seinen sportlichen Erfolgen bis zu den Herausforderungen und antisemitischen Anfeindungen, mit denen er konfrontiert war, erzählt.

Für die Umsetzung setzten sich die Schüler und Schülerinnen intensiv mit Jenö Konrads Biografie auseinander. Sie recherchierten seine Lebensstationen, sammelten Informationen und überlegten, wie seine Geschichte heutigen Jugendlichen verständlich und anschaulich vermittelt werden kann. Auf dieser Grundlage entwickelten sie die Handlung, die einzelnen Charaktere und schließlich ein umfangreiches Storyboard.

Dabei entstand eine Verbindung zwischen historischer Auseinandersetzung und moderner, kreativer Gestaltung. Der Comic erzählt nicht nur die Geschichte Jenö Konrads, sondern greift auch Themen wie Antisemitismus, Ausgrenzung, Mut und Haltung auf und stellt einen Bezug zur Lebenswelt junger Menschen heute her.

Adalbert-Stifter Mittelschule

"Kurt Levy - Jüdisches Leben im Exil"

Im Rahmen des Jenö Konrad-Cups 2026 beschäftigten sich die Schüler und Schülerinnnen mit dem Thema jüdisches Leben und setzten sich dabei mit dem expressionistischen Maler Kurt Levy auseinander.

Im Mittelpunkt der Projektarbeit stehen sein Leben und seine Kunst sowie seine Erfahrungen im Exil in Kolumbien. Anhand seiner Geschichte zeigen die Schüler und Schülerinnen, wie sich Flucht und Exil auf das Leben jüdischer Menschen auswirkten und welche Bedeutung Kunst dabei haben kann.

Das Projekt verbindet damit jüdische Geschichte, persönliche Lebenswege und Kunst und erinnert an ein Leben, das von Verfolgung, Neuanfang und künstlerischem Schaffen geprägt war.

Gymnasium Eschenbach

"Rote Karte gegen Antisemitismus“

Im Rahmen des Jenö Konrad-Cups 2026 entwickelten zehn Schüler*innen des Gymnasiums Eschenbach vier Teilprojekte, die Fußball, Erinnerungskultur und ein klares Zeichen gegen Antisemitismus miteinander verbinden.

Entstanden sind eigens gestaltete Trikots für die Schulmannschaft, ein Memory zur jüdischen Fußballgeschichte, Sticker mit Botschaften gegen Diskriminierung sowie eine Wandgestaltung mit Jenö Konrad und dem Max-Morlock-Stadion auf dem Schulgelände.

Die verschiedenen Projekte sollen über den Wettbewerb hinaus im Schulalltag sichtbar bleiben. Gemeinsam setzen sie eine „rote Karte“ gegen Antisemitismus und Ausgrenzung und stehen für Respekt, Vielfalt und demokratische Werte.*

Platen Gymnasium Ansbach

Jenö Konrad – Ein erfolgreicher Fußballtrainer in Europa

Die Projektarbeit zeichnet den sportlichen und persönlichen Lebensweg von Jenö Konrad anhand einer großen Europakarte nach. Sie zeigt die zahlreichen Stationen, die ihn als Spieler und Trainer durch verschiedene Länder und Vereine führten.

Neben wichtigen Lebensdaten stehen vor allem seine Trainerstationen in Europa im Mittelpunkt. Die Gestaltung macht anschaulich, wie eng Konrads Lebensgeschichte mit dem Fußball verbunden war und welche Wege sein Leben nahm.

So verbindet das Projekt Fußballgeschichte mit Erinnerungskultur und macht die Geschichte Jenö Konrads auf anschauliche Weise sichtbar.

Jury

Wir bedanken uns bei der diesjährigen Jury, die den Jenö Konrad-Cup mit ihrer Expertise bereichert hat:

Daniela F. Eisenstein (Direktorin Jüdisches Museum Franken – Fürth, Schnaittach und Schwabach)

Victoria Hindelang (Referentin für Fanangelegenheiten bei der Bundesliga)

Dr. Michaela Lissowsky (Direktorin des Human Rights Hub der Friedrich-Naumann-Stiftung)

Prof. Dr. Anatoli Djanatliev (Vorstand Maccabi Nürnberg und Vizepräsident Verwaltung bei Makkabi Deutschland)

Dieter Frey (Direktor ClubNachwuchs des 1. FC Nürnberg)

Peter Meier (Aufsichtsratsvorsitzender des 1. FC Nürnberg)

Bernd Siegler (Historiker des 1. FC Nürnberg)

Arne Scholz (Bildungsreferent Makkabi Deutschland)

Dr. Henry Wahlig (Leiter Kultur- & Veranstaltungsprogramm, Deutsches Fußball Museum Dortmund)