"Als Jury-Mitglied durfte ich unmittelbar miterleben, wie hochwertig, vielfältig und kreativ sich die Schülerinnen und Schüler in ihren Projekten mit Antisemitismus auseinandersetzen. Die Ergebnisse haben mich sehr bewegt. Als Verein mit einer besonderen Geschichte ist es unsere Pflicht, aufzuklären, zu einen und eine klare Haltung zu zeigen. Mit dem Jenö Konrad-Cup als wichtigstem Baustein unserer politischen Bildungsarbeit geben wir diesen Anstoß Jahr für Jahr. Besonders freue ich mich, dass wir damit immer mehr Schulen und auch weit über die Nürnberger Stadtgrenzen hinaus erreichen"
Sabel Realschule gewinnt den "Jenö Konrad-Cup" 2025
Mit einem Fußballturnier und der anschließenden Siegerehrung endete die siebte Auflage des „Jenö Konrad-Cup – Fußball trifft auf Geschichte“ am Sportpark Valznerweiher. Gewinner ist die Sabel Realschule aus Nürnberg. Der „Jenö Konrad-Cup“ in Gedenken an den ehemaligen jüdischen Club-Trainer Jenö Konrad wird seit 2018 ausgetragen. Veranstalter sind der 1. FC Nürnberg und Maccabi Nürnberg.
Am Dienstag, 23.07.25, setzten 500 Schülerinnen und Schüler beim Abschluss des „Jenö Konrad-Cup“ am Club-Gelände wieder ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus. Projekt- und Gesamtsieger ist die Sabel Realschule Nürnberg.
„Eva“ heißt der aufwendig und professionell produzierte Film, in dem die Neuntklässler auf beeindruckende Weise einen Bezug zu Heute geschaffen haben. Eva ist Jüdin und hat mit den gleichen Problemen und Vorurteilen zu kämpfen wie der jüdische Club-Trainer Jenö Konrad über 90 Jahre vor ihr. Über eine Freundin, die Club-Fan ist, und über ein Telefonat mit Jenö Konrad findet sie den Mut, sich öffentlich gegen ihre Hater, gegen Hass und Ausgrenzung zu stellen. Zusätzlich haben die Schülerinnen und Schüler eine Aktionsseite erstellt, die neben dem Film auch den Intro-Song und Arbeitsblätter für Schulklassen enthält.
Auf Platz zwei im Projekt-Wettbewerb wählte die Jury das Private Förderzentrum Schnaittach, Platz drei belegt das Sonderpädagogische Förderzentrum Nürnberg-Langwasser.
Kreative Projekte der Schüler*innen, großes Engagement der Lehrkräfte
„Die Kreativität der Projekte, Interaktivität der Schulen untereinander und das große Engagement der betreuenden Lehrerinnen und Lehrer haben mich in diesem Jahr sehr beeindruckt. Der Jenö Konrad-Cup ist unser Leuchtturmprojekt in der politischen Bildungsarbeit. Es ist eine große Freude zu sehen, wie es sich in den letzten Jahren entwickelt hat“, sagt Niels Rossow, Vorstand Strategie & Marketing beim 1. FC Nürnberg.
„Jenö Konrad-Cup aktuell wichtiger denn je“
Anatoli Djanatliev, Vorstandsvorsitzender von Maccabi Nürnberg und Vizepräsident von Makkabi Deutschland, sagt: „Wir sind an der höchsten Stelle seit Beginn des Projekts. Es ist erfreulich zu sehen, wie sich die Qualität der Arbeiten und die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler von Jahr zu Jahr weiterentwickeln. Aktuell ist der Jenö Konrad-Cup wichtiger denn je.“
Zum sportlichen Abschluss des „Jenö Konrad-Cup“ am Sportpark Valznerweiher spielten Teams aus Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Schulen gemeinsam Fußball. Die Teamnamen orientierten sich an den sportlichen Stationen Jenö Konrads. Am erfolgsreichsten war dabei das Team „FC Brünn“ mit Schüler*innen aus acht teilnehmenden Schulen. Alle, die nicht mitkicken wollten, konnten mit den Jungs von „Farbquartier" Graffitis gestalten.
Wie in den vorangegangenen Jahren war die Biografie des ehemaligen jüdischen FCN-Trainers Jenö Konrad (1930 bis 1932) Ausgangspunkt beim Jenö Konrad-Cup für die Einarbeitung in das Thema Antisemitismus. Gleichzeitig widmeten sich die Schüler*innen dem jüdischen Leben im Hier und Jetzt und besuchten die Synagoge der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg, das NS-Reichsparteitagsgelände oder trafen jüdische Jugendliche. Dadurch blieb das Thema nicht nur auf die geschichtliche Betrachtung und Wissensvermittlung beschränkt.
Die Gesamtsieger (Projekt + Turnier) 2026
1. Platz: Sabel Realschule Nürnberg
2. Platz: Private Förderzentrum Schnaittach
3. Platz: Förderzentrum Nürnberg-Langwasser.
Der Club und Maccabi Nürnberg danken diesen Schulen für ihre Teilnahme: Sonderpädagogisches Förderzentrum (Nürnberg-Langwasser), Melanchthon-Gymnasium (Nürnberg), Sabel Wirtschaftsschule (Nürnberg), Sabel Realschule (Nürnberg), Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium (Schwabach), Leonhart-Fuchs-Mittelschule (Wemding), Platen-Gymnasium (Ansbach), Johann-Steingruber-Realschule (Ansbach), Gymnasium Eschenbach (Eschenbach in der Oberpfalz), Privates Förderzentrum (Schnaittach), Egbert-Gymnasium Abtei Münsterschwarzach (Schwarzach am Main, Unterfranken). Alle Schülerinnen und Schüler sowie betreuenden Lehrkräfte werden im Herbst zu einem Club-Heimspiel ins Max-Morlock-Stadion eingeladen.
Teilnehmende Schulen und Projektarbeiten
- Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium, Schwabach
- Sonderpädagogisches Förderzentrum, Nürnberg-Langwasser
- Sabel Wirtschaftsschule, Nürnberg
- Sabel Realschule, Nürnberg
- Leonhart-Fuchs-Mittelschule, Wemding
- Platen-Gymnasium, Ansbach
- Johann-Steingruber-Realschule, Ansbach
- Gymnasium Eschenbach, Eschenbach (Oberpfalz)
- Privates Förderzentrum, Schnaittach
- Egbert-Gymnasium Abtei Münsterschwarzach, Schwarzach am Main (Unterfranken)
Sabel Wirtschaftsschule
Die Schüler und Schülerinnen gestalten den Jenö Konrad, eine Trophäe zur Ehrung der jüdischen Vereinsmitglieder des 1. FC Nürnberg, die in der frühen NS-Zeit aufgrund ihrer Herkunft ausgeschlossen wurden. Der Pokal soll im Clubmuseum ausgestellt werden und als dauerhaftes Erinnerungszeichen dienen.
Über einen QR-Code am Pokal können Besucher die Namen der ehemaligen Jüdischen Mitglieder Die Schülerinnen haben diese Namen selbst eingesprochen und aufgenommen als akustisches Denkmal, das ihre Schicksale lebendig hält und vor dem Vergessen schützt.
Sonderpädagogisches Förderzentrum Langwasser
Unsere 7. und 8. Klassen beschäftigten sich erstmals im Rahmen des Jenö‑Konrad‑Projekts mit jüdischem Leben in Nürnberg und der Geschichte der Verfolgung im Nationalsozialismus. Nach Vorträgen, Stadtführungen, Museumsbesuchen und einer Stolpersteinverlegung entwickelten interessierte Schüler*innen ein eigenes Lernspiel.
Das Spiel vermittelt auf verständliche und spielerische Weise Wissen über jüdische Clubmitglieder, Ausgrenzung und Deportation sowie über den 1. FC Nürnberg. Die Jugendlichen gestalteten Spielbrett, Karten und Aufgaben selbst.
Egbert Gymnasium Münsterschwarzach
Die Schüler und Schülerinnen des Egberts Gymnasium ertstellen im Rahmen ihres Projektes einLernspiel welches die Spieler auf den Spuren von Jenö Konrad, dem jüdischen Trainer des 1. FC Nürnberg, der 1932 aufgrund antisemitischer Hetze fliehen musste begleitet. Auf dem Spielfeld reisen die Spieler symbolisch von Nürnberg bis nach New York und lernen über Konrads Leben und die Verfolgung im „Dritten Reich“. Durch Wissens- und Ereigniskarten erfährt man historische Hintergründe. Wer als Erster New York erreicht, gewinnt.
Sabel Realschule
Eva“ heißt der aufwendig und professionell produzierte Film, in dem die Neuntklässler auf beeindruckende Weise einen Bezug zu Heute geschaffen haben. Eva ist Jüdin und hat mit den gleichen Problemen und Vorurteilen zu kämpfen wie der jüdische Club-Trainer Jenö Konrad über 90 Jahre vor ihr. Über eine Freundin, die Club-Fan ist, und über ein Telefonat mit Jenö Konrad findet sie den Mut, sich öffentlich gegen ihre Hater, gegen Hass und Ausgrenzung zu stellen. Zusätzlich haben die Schülerinnen und Schüler eine Aktionsseite erstellt, die neben dem Film auch den Intro-Song und Arbeitsblätter für Schulklassen enthält.
Leonard-Fuchs Mittelschule
Die Leonhart-Fuchs-Grundschule- und Mittelschule Wemding hat sich im Rahmen des Jenö Konrad Cup mit einem besonderen Projekt beteiligt. Schülerinnen und Schüler der Schule haben gemeinsam ein kreatives Video mit dem Titel "Wemding für immer bunt" gestaltet.
Das Video „Wemding für immer bunt“ steht symbolisch dafür, dass die Schülerinnen und Schüler der Leonhart-Fuchs-Grundschule- und Mittelschule Wemding gemeinsam für Toleranz, Fainess und Freundschft einstehen. Mit viel Engagement und Kreativität ist so ein Beitrag entstanden, der zeigt: Wemding bleibt bunt - heute und in Zukunft.
Privates Förderzentrum Schnaittach
Die Klasse 8a beschäftigte sich mit Jenö Konrad, Emma Ullmann und der jüdischen Geschichte in Schnaittach. Die Schülerinnen entwickelten dazu einen Fragebogen, recherchierten, besuchten Friedhöfe, das Jüdische Museum und den historischen Ortskern. Am Marktplatz befragten sie Passantinnen und kamen über jüdisches Leben und Erinnerungskultur ins Gespräch. Das Projekt stärkt das Bewusstsein für lokale jüdische Geschichte.
Die Klasse 8b die entwickelten mit der App Actionbound eine digitale Rallye, die interaktiv über die jüdische Geschichte Schnaittachs informiert. Nach Führungen des Jüdischen Museums Franken erstellten sie verschiedene Stationen mit Aufgaben und Infos zu jüdischem Leben und Antisemitismus. Die Rallye richtet sich vor allem an Jugendliche und Schulklassen und ermöglicht einen einfachen, selbstständigen Zugang zur lokalen Geschichte.
Gymnasium Eschenbach
Die Schüler und Schülerinnen des Gymnasium Eschenbachs, haben im Rahmem ihrer Projektarbeit, ein Video erstellt, indem sie die Auswirkungen des Alltags zeigen und einen Becher, für das Max-Morlock Stadions erstellt haben.
Jury
Wir bedanken uns bei der diesjährigen Jury, die den Jenö Konrad-Cup mit ihrer Expertise bereichert hat:
- Victoria Hindelang (Referentin der DFL im Bereich Pool zur Förderung innovativer Fan- und Fußballkultur)
- Anetta Kahane (ehem. Ausländerbeauftragte Ost-Berlins, Gründerin Amadeu-Antonio-Stiftung)
- Dr. Anatoli Djanatliev (Vorstand Maccabi Nürnberg)
- Katharina Fritsch (Leiterin Community & Membership 1. FC Nürnberg und Mitinitiatorin des Jenö Konrad-Cup)
- Dr. Andreas Kahrs (Gründer/Geschäftsführer der NGO "what matters"
- Diana Liberova (Vorsitzende des Integrationsrats der Stadt Nürnberg)
- Peter Meier (Mitglied im Aufsichtsrat des 1.FC Nürnbergs)
- Christian Zsolt-Varga (Deutsch-Ungarischer Journalist)