Flossenbürg & Dachau
Im Blick zurück geht es nicht um die „Schuldfrage“. Vielmehr ist es unsere tiefe Überzeugung, dass wir alle eine Verpflichtung aus der Vergangenheit mit in unsere Gegenwart, in unseren Alltag nehmen. Die Verpflichtung, alles dafür zu tun, dass sich Vergangenheit nicht wiederholt. Aus diesem Auftrag heraus begegnen wir der Vergangenheit mit Respekt und interpretieren unsere gesellschaftliche Verantwortung in einem ganzheitlichen Ansatz.
Egal welche Hautfarbe, egal welche ethnische Zugehörigkeit, egal welcher Beruf: Auf dem Fußballplatz begegnet man sich auf Augenhöhe, es zählen in erster Linie der Sport und das Miteinander. Das Spiel auf dem grünen Rasen nimmt Berührungsängste, bietet ein Kennenlernen anderer Kulturen und ermöglicht einen Austausch mit Teamkolleg:innen unterschiedlichster Herkunft. Neben dem „Jenö Konrad-Cup – Fußball trifft auf Geschichte“ und den „Clubverführungen“ bietet der FCN Gedenkstättenfahrten nach Flossenbürg und bald auch nach Dachau an.
Als Ausgangspunkt dienen die Biografien von Menschen mit FCN-Bezug, die den grausamen Weg in Konzentrations- oder Vernichtungslager gehen mussten. Wir zeichnen gemeinsam diese Wege nach, geben den Menschen ihre Namen und Geschichte zurück und lernen gemeinsam für die vielfältigen Herausforderungen in unserer Gegenwart. 2021 stehen Fahrten nach Flossenbürg und Dachau auf dem Plan. Mittelfristig führen unsere Wege auch nach Theresienstadt und Auschwitz.
Gegen das Vergessen - Auf dass sich die Geschichte nie wiederholt!
Der 1. FC Nürnberg führte 2019 und 2022 zwei Gedenkstättenfahrten mit Clubfans durch – zur KZ‑Gedenkstätte Flossenbürg und zur KZ‑Gedenkstätte Dachau. Beide Fahrten wurden von Vereinsrepräsentanten begleitet und durch Workshops vorbereitet bzw. nachbereitet.
In Flossenbürg standen Rundgänge, die Lagergeschichte, der Besuch des Steinbruchs und der Austausch mit dem örtlichen OFCN im Mittelpunkt.
In Dachau lag der Fokus zusätzlich auf der NS‑Geschichte des 1. FCN, inklusive der Aufarbeitung der Schicksale ehemaliger jüdischer Clubmitglieder.
Das Feedback war jeweils durchweg positiv – weitere Fahrten sowie Besuche in Theresienstadt, Auschwitz und Yad Vashem sind geplant.
Der Club setzt damit sichtbar ein Zeichen für gelebte Erinnerungskultur.